E-Commerce & MultichannelZuletzt geprüft: 2026-07-30

Produktfeed

Ein Produktfeed ist eine strukturierte Datei, die alle verkaufsrelevanten Produktdaten – Titel, Beschreibung, Preis, Bild, Verfügbarkeit und Kennzeichen wie GTIN – in einem maschinenlesbaren Format bündelt. Über ihn werden Sortimente automatisiert an Shops, Marktplätze, Preisportale und Werbekanäle wie Google Shopping ausgeliefert.

Ein Produktfeed ist eine strukturierte, maschinenlesbare Datei, die das Sortiment eines Händlers in einheitlicher Form beschreibt: Für jedes Produkt enthält der Feed feste Datenfelder wie Titel, Beschreibung, Preis, Produktbild, Verfügbarkeit, Kategorie und eindeutige Kennungen wie GTIN oder SKU. Statt Artikeldaten für jeden Vertriebskanal von Hand zu pflegen, liefert der Produktfeed diese Informationen automatisiert an externe Systeme aus – etwa an Marktplätze, Preisvergleichsportale und Werbeplattformen wie Google Shopping oder Meta.

Technisch ist ein Produktfeed meist eine Datei im Format CSV, XML oder TXT, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert und über eine URL oder per API bereitgestellt wird. Jede Zeile beschreibt ein Produkt, jede Spalte ein Attribut. Der empfangende Kanal liest den Feed ein, ordnet die Felder seinen eigenen Vorgaben zu und zeigt die Produkte an. Der Produktfeed ist damit die Brücke zwischen dem Sortiment eines Händlers und den vielen Kanälen, auf denen es verkauft oder beworben werden soll.

Auf einen Blick

  • Produktfeed = strukturierte Datei mit allen verkaufsrelevanten Produktdaten je Kanal
  • Übliche Formate: CSV, XML, TXT – bereitgestellt per URL oder API
  • Typische Felder: Titel, Beschreibung, Preis, Bild, Verfügbarkeit, GTIN, Kategorie
  • Zielkanäle: Marktplätze, Preisportale, Google Shopping, Social Ads
  • Datenquelle im Idealfall ERP oder PIM – nicht manuell gepflegte Tabellen

Wie ein Produktfeed aufgebaut ist

Ein Produktfeed folgt immer demselben Grundprinzip: eine Liste von Produkten, jeweils beschrieben durch eine feste Menge an Attributen. Welche Felder Pflicht sind, gibt der Zielkanal vor. Für Google Shopping etwa sind unter anderem eine eindeutige Artikel-ID, Titel, Beschreibung, ein Link zur Produktseite, ein Bildlink, Preis und Verfügbarkeit vorgeschrieben, dazu Produktkennungen wie GTIN, Marke (Brand) und Hersteller-Artikelnummer (MPN). Fehlen Pflichtfelder oder sind sie fehlerhaft, wird das betroffene Produkt abgelehnt und erscheint nicht im Kanal.

Die Datei selbst kann unterschiedlich strukturiert sein. Eine CSV-Datei reiht Produkte zeilenweise auf, getrennt durch Kommas oder Semikolons; ein XML-Feed nutzt verschachtelte Tags und wird häufig für Google und Preisportale eingesetzt. Neben der reinen Datenstruktur zählt die inhaltliche Qualität: aussagekräftige Titel mit Marke und Produkttyp, saubere Kategorien, korrekte Preise inklusive Währung und aktuelle Bestandsangaben entscheiden darüber, ob Produkte gefunden, korrekt angezeigt und nicht wegen Datenfehlern gesperrt werden.

Pflichtfelder und Produktkennungen

Kern jedes Feeds sind die eindeutigen Produktkennungen. Die GTIN (Global Trade Item Number, sichtbar als EAN-Barcode) identifiziert einen Artikel weltweit eindeutig und ist auf vielen Kanälen Pflicht, weil sie Produkte zusammenführt und Preisvergleiche ermöglicht. Ergänzend dient die interne SKU der Zuordnung im eigenen System. Fehlt eine gültige GTIN, verlangen Kanäle meist die Kombination aus Marke und MPN – oder sie stufen das Angebot in Reichweite und Sichtbarkeit herab.

Wozu ein Produktfeed dient und warum er wichtig ist

Der Nutzen eines Produktfeeds wächst mit der Zahl der Kanäle. Wer nur einen eigenen Shop betreibt, kommt oft ohne separaten Feed aus. Sobald aber Marktplätze wie Amazon oder eBay, Preisportale wie idealo oder Google Shopping und Social-Media-Werbung hinzukommen, verlangt jeder Kanal die Produktdaten in seinem eigenen Format und mit eigenen Pflichtfeldern. Ohne automatisierten Feed müsste ein Händler dieselben Daten mehrfach pflegen – zeitaufwändig, fehleranfällig und bei jeder Preis- oder Bestandsänderung von Neuem.

Ein zentral erzeugter Produktfeed löst dieses Problem: Die Produktdaten werden einmal gepflegt und pro Kanal in die jeweils passende Form gebracht. Aktualisiert sich der Preis oder sinkt der Bestand, überträgt der Feed die Änderung automatisch. Das reduziert manuelle Arbeit, verhindert veraltete Angaben und beugt Überverkäufen vor. Für die Sichtbarkeit in Werbe- und Vergleichskanälen ist die Feed-Qualität zudem ein direkter Hebel: Vollständige, korrekte Daten führen zu mehr Freischaltungen, besserer Auffindbarkeit und weniger Beanstandungen.

Produktfeed im ERP-System

Die verlässlichste Datenquelle für einen Produktfeed ist das führende System, in dem die Produktdaten ohnehin gepflegt werden – in vielen mittelständischen Handelsunternehmen ist das das ERP- beziehungsweise Warenwirtschaftssystem oder ein angeschlossenes PIM. Dort liegen Artikelstammdaten, Preise und – anders als in einer statischen Exportdatei – tagesaktuelle Bestände. Erzeugt das ERP den Feed direkt oder speist es ein Feed-Tool, sind die ausgelieferten Daten automatisch konsistent mit Lager und Kalkulation.

Viele ERP- und Multichannel-Systeme können Produktfeeds nativ generieren oder über Schnittstellen an Feed-Management-Dienste übergeben. Der zentrale Vorteil liegt im Zusammenspiel mit der Bestandsführung: Verkauft ein Kanal einen Artikel, sinkt der Bestand im ERP, und der nächste Feed-Lauf spiegelt die neue Verfügbarkeit in alle angebundenen Kanäle zurück. So bleiben Sortiment, Preis und Verfügbarkeit über Shop, Marktplatz und Werbekanal hinweg synchron, ohne dass jemand Tabellen von Hand aktualisiert.

Feld-Mapping und Feed-Management

Weil jeder Kanal andere Feldnamen und Formatvorgaben hat, muss zwischen den ERP-Feldern und den Kanalfeldern übersetzt werden – das sogenannte Feld-Mapping. Ein Feed-Management-Tool oder das ERP selbst ordnet etwa das interne Feld „Artikelbezeichnung“ dem Google-Feld „title“ zu, wandelt Preise ins geforderte Format um und filtert Produkte, die auf einem bestimmten Kanal nicht verkauft werden sollen. Sauberes Mapping und regelmäßige Aktualisierung sind entscheidend, damit Feeds nicht durch Formatfehler abgelehnt werden.

Abgrenzung: Produktfeed, Produktkatalog und PIM

Produktfeed, Produktkatalog und PIM werden oft verwechselt, bezeichnen aber verschiedene Dinge. Ein Produktkatalog ist die inhaltliche Zusammenstellung eines Sortiments – klassisch als gedruckter oder digitaler Katalog für Menschen zum Ansehen. Ein Produktfeed hingegen ist ein technisches Austauschformat für Maschinen: Er transportiert dieselben Produktinformationen, aber in strukturierter, maschinenlesbarer Form zur automatischen Weiterverarbeitung durch einen Zielkanal.

Ein PIM (Product Information Management) ist wiederum das System, in dem Produktinformationen zentral gepflegt, angereichert und freigegeben werden – die Datenquelle, aus der Feeds und Kataloge erzeugt werden. Vereinfacht gilt: Das PIM verwaltet die Produktdaten, der Produktkatalog präsentiert sie für Menschen, und der Produktfeed liefert sie maschinell an Kanäle aus. Ein guter Produktfeed ist also selten von Hand gebaut, sondern das automatisierte Ergebnis gepflegter Stammdaten aus ERP oder PIM.

Praxisbeispiel

Beispiel: Ein Feed für Shop, Marktplatz und Google Shopping

Ein Händler für Outdoor-Ausrüstung mit rund 4.000 Artikeln verkauft über den eigenen Shop, einen Marktplatz und bewirbt Bestseller über Google Shopping. Alle Artikeldaten – Titel, Beschreibungen, Preise, GTINs und Bestände – liegen im ERP. Aus diesem erzeugt ein Feed-Tool je Kanal einen eigenen Produktfeed: Für Google wird ein XML-Feed mit den Pflichtfeldern title, price, availability und gtin gebildet, für den Marktplatz ein CSV-Feed mit dessen Kategoriestruktur.

Verkauft der Marktplatz eine Regenjacke, sinkt der Bestand im ERP. Beim nächsten Feed-Lauf – etwa stündlich – wird die reduzierte Verfügbarkeit an Shop und Google übertragen, sodass das Produkt nirgends mehr als verfügbar beworben wird, wenn es ausverkauft ist. Ändert der Einkauf einen Preis, gilt die Änderung nach dem nächsten Lauf automatisch in allen Kanälen. Niemand pflegt die Daten dreifach von Hand.

Häufige Fragen

Am verbreitetsten sind CSV, XML und TXT. CSV reiht Produkte zeilenweise auf, XML nutzt verschachtelte Tags und wird häufig für Google Shopping und Preisportale verwendet. Der Feed wird meist über eine URL bereitgestellt oder per API übergeben und in festen Intervallen aktualisiert.
Ein Produktkatalog präsentiert ein Sortiment für Menschen zum Ansehen. Ein Produktfeed ist ein technisches, maschinenlesbares Austauschformat, das dieselben Daten strukturiert an Kanäle wie Marktplätze oder Google ausliefert, damit diese die Produkte automatisch verarbeiten und anzeigen.
Die GTIN (als Barcode EAN) identifiziert einen Artikel weltweit eindeutig und ist auf vielen Kanälen Pflicht. Sie führt identische Produkte verschiedener Händler zusammen und ermöglicht Preisvergleiche. Ohne gültige GTIN verlangen Kanäle meist Marke und MPN oder senken die Sichtbarkeit des Angebots.
Idealerweise ja. Das ERP oder ein angeschlossenes PIM enthält aktuelle Preise und Bestände. Wird der Feed daraus erzeugt, sind die ausgelieferten Daten automatisch konsistent mit Lager und Kalkulation, und Bestandsänderungen erreichen alle Kanäle ohne manuelle Pflege.

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