Integration & TechnikZuletzt geprüft: 2026-07-30

Datenformat (CSV, XML, JSON)

Ein Datenformat legt fest, wie Daten strukturiert und für den Austausch zwischen Systemen abgelegt werden. CSV, XML und JSON sind die drei im ERP-Umfeld gebräuchlichsten Datenformate: CSV für einfache Tabellen, XML und JSON für verschachtelte Datensätze und Schnittstellen.

Ein Datenformat (CSV, XML, JSON) ist eine festgelegte Konvention dafür, wie Daten strukturiert, codiert und gespeichert werden, damit unterschiedliche Programme sie eindeutig lesen und schreiben können. Es beantwortet die Frage: „In welcher Form liegen die Informationen vor, damit ein anderes System sie versteht?“ CSV, XML und JSON sind die drei im ERP- und E-Commerce-Umfeld mit Abstand gebräuchlichsten Formate. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Struktur sie abbilden können – von der schlichten Tabelle (CSV) über streng geregelte, verschachtelte Dokumente (XML) bis zum schlanken, für Web-Schnittstellen optimierten JSON.

Man kann sich ein Datenformat wie die Grammatik einer Sprache vorstellen: Nicht der Inhalt selbst ist entscheidend, sondern die Regeln, nach denen er aufgeschrieben wird. Halten sich Sender und Empfänger an dieselbe Grammatik, verstehen sie sich – egal, welche Software auf beiden Seiten läuft. Genau deshalb sind Datenformate die stille Grundlage jedes Datenaustauschs: Ob ein Artikelstamm exportiert, eine Bestellung an den Marktplatz übergeben oder ein Beleg an die Buchhaltung geschickt wird – immer steckt darunter ein Datenformat, das festlegt, wie Felder, Werte und Beziehungen notiert sind.

Auf einen Blick

  • Datenformat = festgelegte Struktur, in der Daten für den Austausch abgelegt werden
  • CSV: einfache Tabelle mit Trennzeichen – ideal für flache Listen wie Artikel- oder Preislisten
  • XML: streng strukturiert, prüfbar per Schema – Standard für E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD)
  • JSON: schlank und verschachtelt – das Format moderner REST-APIs und Web-Schnittstellen
  • Format frei wählbar ist selten: Ziel-System oder Standard gibt es meist vor

CSV, XML und JSON: die drei wichtigsten Datenformate

Die drei im ERP-Alltag dominierenden Datenformate lösen unterschiedliche Aufgaben und lassen sich an ihrer Struktur unterscheiden. Welches das „richtige“ ist, hängt fast nie vom eigenen Geschmack ab, sondern davon, was das Zielsystem, ein Marktplatz oder ein gesetzlicher Standard verlangt.

CSV – die einfache Tabelle

CSV (Comma-Separated Values) ist das schlichteste der drei Formate: eine reine Textdatei, in der jede Zeile einen Datensatz und ein Trennzeichen – meist Komma oder Semikolon – die einzelnen Felder abgrenzt. Die erste Zeile enthält üblicherweise die Spaltenüberschriften. CSV eignet sich hervorragend für flache, tabellarische Daten ohne Verschachtelung, etwa Artikellisten, Preislisten oder Adressexporte, und lässt sich in jeder Tabellenkalkulation öffnen. Seine Grenze ist genau diese Einfachheit: Verschachtelte Strukturen – etwa ein Auftrag mit mehreren Positionen – lassen sich nur umständlich abbilden, und für Trennzeichen, Umlaute und Zeichencodierung (UTF-8) gibt es viele Stolperfallen.

XML und JSON – strukturierte Formate

XML (Extensible Markup Language) beschreibt Daten über verschachtelte Elemente mit öffnenden und schließenden Tags. Es ist ausdrucksstark, streng prüfbar und lässt sich per Schema (XSD) gegen feste Vorgaben validieren – deshalb ist XML die Basis vieler formeller Standards, von der E-Rechnung bis zu EDI-nahen Formaten. JSON (JavaScript Object Notation) verfolgt dasselbe Ziel – verschachtelte Daten abzubilden –, ist aber deutlich schlanker und für den Menschen leichter zu lesen. JSON ist das Standardformat moderner REST-APIs und damit das, was zwischen ERP, Shop und Cloud-Diensten heute am häufigsten fließt.

Wie ein Datenformat funktioniert

Jedes Datenformat definiert drei Dinge: die Struktur (wie Felder und Datensätze angeordnet sind), die Syntax (welche Zeichen als Trennung, Klammerung oder Markierung dienen) und die Codierung (mit welchem Zeichensatz Buchstaben und Sonderzeichen abgelegt werden, im Regelfall UTF-8). Erst wenn Sender und Empfänger dieselben Annahmen über diese drei Ebenen teilen, gelingt der Austausch fehlerfrei.

Der Weg von einem System ins andere führt fast immer über einen Export und einen Import: Das Quellsystem schreibt seine internen Daten in ein vereinbartes Datenformat heraus, das Zielsystem liest diese Datei wieder ein. Weil die Feldnamen und die Struktur auf beiden Seiten selten identisch sind, gehört zu diesem Schritt ein Feld-Mapping – die Zuordnung, welches Feld der Quelle welchem Feld im Ziel entspricht. Bei laufenden Verbindungen übernimmt oft eine Middleware oder ein ETL-Prozess die Umwandlung von einem Format ins andere, sodass Systeme, die unterschiedliche Formate „sprechen“, trotzdem zusammenarbeiten.

Datenformate im ERP-System

Im ERP-System begegnet einem das Datenformat an fast jeder Schnittstelle. Beim Datenimport und -export von Stammdaten ist CSV der Klassiker: Neue Artikel, Preise oder Kunden werden als CSV-Datei eingespielt, Auswertungen als CSV herausgezogen. Sobald es an angebundene Systeme geht – Onlineshop, Marktplatz, Payment, Versand –, dominiert JSON, weil die zugehörigen REST-APIs Daten in diesem Format übertragen. XML wiederum trifft man dort, wo formelle Standards und Prüfbarkeit zählen: bei der E-Rechnung, in EDI-Umgebungen und bei behördlichen Schnittstellen.

Für die Praxis heißt das: Das Datenformat ist selten frei wählbar. Ein Marktplatz gibt sein Produktfeed-Format vor, das Finanzamt verlangt E-Rechnungen in einem bestimmten XML-Standard, eine API liefert und erwartet JSON. Ein gutes ERP-System unterstützt deshalb mehrere Formate und stellt Werkzeuge bereit, um zwischen ihnen zu übersetzen – über konfigurierbare Import-/Export-Profile, über Konnektoren zu Drittsystemen oder über eine angebundene Middleware. Fehlt diese Flexibilität, entsteht schnell manuelle Nacharbeit, weil Daten von Hand umformatiert werden müssen.

Abgrenzung: Datenformat vs. Schnittstelle und Standard

Ein Datenformat wird oft mit verwandten Begriffen verwechselt, ist aber klar davon zu trennen. Eine Schnittstelle bzw. API regelt den Transportweg und die Spielregeln der Kommunikation – wer wann was anfragen darf. Das Datenformat regelt dagegen nur, in welcher Form die übertragenen Daten notiert sind. Bildlich: Die Schnittstelle ist der Briefumschlag samt Zustellweg, das Datenformat die Sprache und Grammatik des Briefinhalts. Eine JSON-Antwort einer REST-API ist also beides zugleich – API als Transport, JSON als Format.

Ebenso zu unterscheiden ist das Datenformat vom fachlichen Standard, der es ausfüllt. XRechnung, ZUGFeRD oder EN 16931 sind keine Datenformate im engeren Sinn, sondern inhaltliche Regelwerke, die vorschreiben, welche Felder eine Rechnung enthalten muss – und die diese Vorgaben technisch meist in XML gießen. Das Format (XML) ist die Technik, der Standard die verbindliche Bedeutung darüber. Wer beides trennt, versteht schneller, warum eine Datei „technisch korrektes XML“ und trotzdem „keine gültige E-Rechnung“ sein kann.

DACH-Besonderheiten: Codierung, Trennzeichen und E-Rechnung

Im deutschsprachigen Raum sorgen zwei Kleinigkeiten regelmäßig für Ärger beim Datenaustausch. Erstens die Zeichencodierung: Umlaute (ä, ö, ü) und das ß werden nur dann korrekt übertragen, wenn Quelle und Ziel dieselbe Codierung – heute üblicherweise UTF-8 – verwenden; andernfalls entstehen die berüchtigten „Buchstabensalat“-Zeichen. Zweitens das Trennzeichen bei CSV: Weil im deutschen Zahlenformat das Komma als Dezimaltrennzeichen dient, nutzen viele Programme in der DACH-Region das Semikolon als Feldtrenner – wird das beim Import verwechselt, verrutschen ganze Spalten.

Rechtlich prägt vor allem die E-Rechnung das Thema Datenformat. Seit 2025 gilt in Deutschland die Pflicht, im B2B-Bereich strukturierte elektronische Rechnungen empfangen zu können; maßgeblich ist die europäische Norm EN 16931, die in Formaten wie XRechnung (reines XML) und ZUGFeRD (XML eingebettet in eine PDF-Datei) umgesetzt wird. Ein einfaches PDF oder ein Scan gilt ausdrücklich nicht als E-Rechnung, weil es kein maschinenlesbares Datenformat mitliefert. Für ERP-Systeme im DACH-Raum ist die saubere Beherrschung dieser XML-basierten Formate damit nicht optional, sondern gesetzliche Pflicht.

Praxisbeispiel

Beispiel: Artikelimport und Rechnungsausgang im Handel

Ein mittelständischer Onlinehändler erhält von einem neuen Lieferanten dessen Sortiment als CSV-Datei mit rund 4.000 Artikeln – eine flache Tabelle mit Artikelnummer, Bezeichnung, Preis und EAN. Über ein Import-Profil im ERP wird jede Spalte per Feld-Mapping dem passenden Feld im Artikelstamm zugeordnet; ein Testlauf deckt auf, dass die Datei semikolongetrennt und Latin-1-codiert ist, weshalb die Umlaute vor dem Import auf UTF-8 umgestellt werden müssen.

Am anderen Ende der Prozesskette steht der Rechnungsausgang: Verkauft der Händler an einen Geschäftskunden, erzeugt das ERP nicht länger ein PDF, sondern eine XRechnung im XML-Format nach EN 16931. Dasselbe System, das den simplen CSV-Import verarbeitet, muss also zugleich ein streng geregeltes XML ausgeben – zwei sehr unterschiedliche Datenformate für zwei sehr unterschiedliche Zwecke, beide im Tagesgeschäft unverzichtbar.

Häufige Fragen

CSV ist eine einfache Tabelle mit Trennzeichen und eignet sich für flache Listen ohne Verschachtelung. XML und JSON können verschachtelte Strukturen abbilden: XML ist streng, per Schema prüfbar und Standard bei der E-Rechnung, JSON ist schlanker und das Format moderner REST-APIs.
Es gibt kein generell bestes Format – entscheidend ist der Zweck. Für einfache Stammdaten-Importe reicht CSV, für API-Anbindungen an Shop und Marktplatz ist JSON üblich, und für E-Rechnungen und behördliche Schnittstellen ist XML vorgeschrieben. Das Zielsystem oder ein Standard gibt das Format meist vor.
Das liegt fast immer an einer abweichenden Zeichencodierung. Wenn die Quelldatei etwa in Latin-1 gespeichert ist, das ERP aber UTF-8 erwartet, werden ä, ö, ü und ß falsch interpretiert. Die Datei sollte vor dem Import konsistent auf UTF-8 umgestellt und das richtige Trennzeichen gewählt werden.
Nein. Ein reines PDF oder ein Scan enthält keine maschinenlesbaren, strukturierten Daten und gilt daher nicht als E-Rechnung. Gültig sind XML-basierte Formate nach EN 16931 wie XRechnung oder ZUGFeRD, bei dem strukturiertes XML in die PDF-Datei eingebettet ist.

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