E-Commerce & MultichannelZuletzt geprüft: 2026-07-30

EAN (European Article Number)

Die EAN (European Article Number) ist eine international eindeutige, meist 13-stellige Nummer zur Kennzeichnung von Handelswaren, die als Strichcode auf der Verpackung abgebildet wird. Sie identifiziert einen Artikel weltweit unverwechselbar und heißt seit 2009 offiziell GTIN (Global Trade Item Number).

Die EAN (European Article Number) ist eine weltweit eindeutige Identifikationsnummer für Handelsartikel, die als Strichcode auf Produkten und Verpackungen aufgebracht wird. In der gängigen Form EAN-13 besteht sie aus 13 Ziffern, die einen bestimmten Artikel eines bestimmten Herstellers unverwechselbar kennzeichnen. Am Kassensystem, im Wareneingang oder im Lager genügt ein Scan des Codes, um genau diesen Artikel zu erkennen und im ERP-System aufzurufen.

Seit 2009 ist die Bezeichnung EAN offiziell durch GTIN (Global Trade Item Number) abgelöst worden – die Standardisierungsorganisation GS1 fasst damit die europäische EAN und die nordamerikanische UPC unter einem gemeinsamen Begriff zusammen. In der Praxis, in Softwaremasken und im Handelsalltag wird der Begriff EAN im deutschsprachigen Raum jedoch bis heute weiterverwendet und meint dieselbe Nummer. EAN und GTIN sind also technisch identisch.

Auf einen Blick

  • Weltweit eindeutige Produktnummer für Handelswaren, dargestellt als Strichcode
  • Standardform EAN-13: 13 Ziffern; für kleine Produkte gibt es die kürzere EAN-8
  • Seit 2009 offiziell GTIN (Global Trade Item Number) – technisch dasselbe
  • Vergeben über GS1 anhand eines lizenzierten Unternehmenspräfixes
  • Im ERP am Artikelstamm hinterlegt; Basis für Scan-Prozesse und Marktplatz-Listings

Wie ist die EAN (European Article Number) aufgebaut?

Die verbreitete EAN-13 setzt sich aus 13 Ziffern zusammen, die in drei logische Blöcke plus eine Prüfziffer gegliedert sind. Vorne steht das GS1-Präfix (zwei bis drei Ziffern), das nicht das Herkunftsland der Ware angibt, sondern die GS1-Länderorganisation, bei der das Unternehmen seine Nummern lizenziert hat. Es folgt die Basisnummer des Unternehmens (das GS1-Unternehmenspräfix), danach die individuelle Artikelnummer, die der Hersteller selbst vergibt. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer.

Die Aufteilung zwischen Unternehmenspräfix und Artikelnummer ist nicht fix: Wer viele Produkte kennzeichnet, erhält ein kürzeres Präfix und damit mehr Stellen für eigene Artikel; kleine Sortimente kommen mit einem längeren Präfix und wenigen Artikelstellen aus. Wichtig ist, dass jede vollständige Nummer nur einmal weltweit vergeben wird und dauerhaft an genau eine Handelseinheit gebunden bleibt.

EAN-13 und EAN-8

Die EAN-13 ist der Standard für nahezu alle Konsumgüter. Für sehr kleine Verpackungen, auf denen ein 13-stelliger Code keinen Platz findet – etwa Kosmetik- oder Süßwarenartikel –, existiert die verkürzte EAN-8 mit acht Ziffern. Sie wird von der GS1-Organisation gesondert vergeben, weil ihr Nummernvorrat knapp ist, und eignet sich nur für ausgewählte Kleinstprodukte.

Die Prüfziffer

Die letzte Stelle der EAN ist eine nach dem Modulo-10-Verfahren berechnete Prüfziffer. Sie ergibt sich aus einer gewichteten Summe der vorangehenden Ziffern und dient dazu, Scan- und Tippfehler sofort zu erkennen: Stimmt die Prüfziffer nicht zur restlichen Nummer, verweigert das Kassen- oder Lagersystem die Buchung. Diese eingebaute Selbstkontrolle macht die EAN robust gegen fehlerhafte Erfassung.

Abgrenzung: EAN, GTIN, UPC und ISBN

Rund um die EAN kursieren mehrere ähnliche Begriffe, die leicht zu verwechseln sind. GTIN ist der heutige Oberbegriff und umfasst alle GS1-Artikelnummern – dazu zählt die frühere EAN ebenso wie die amerikanische UPC. Wenn ein Onlinemarktplatz eine GTIN verlangt, ist eine gültige EAN-13 also stets eine akzeptierte Form.

Die UPC (Universal Product Code) ist das nordamerikanische Pendant mit zwölf Ziffern. Sie lässt sich als EAN-13 mit führender Null darstellen und ist mit dem GS1-System vollständig kompatibel. Die ISBN (International Standard Book Number) schließlich kennzeichnet Bücher; ihre 13-stellige Form ist technisch eine EAN mit dem reservierten Präfix 978 oder 979 und wird am Buchhandels-Scanner wie jede andere EAN gelesen.

EAN vs. SKU

Häufig wird die EAN mit der SKU (Stock Keeping Unit) verwechselt. Beide identifizieren Artikel, unterscheiden sich aber grundlegend: Die EAN ist ein globaler, standardisierter und für jeden Marktteilnehmer gleicher Code, den GS1 lizenziert. Die SKU dagegen ist eine interne Artikelnummer, die jedes Unternehmen frei nach eigener Systematik vergibt und die außerhalb des eigenen Hauses keine Bedeutung hat. Im ERP-System stehen beide nebeneinander am Artikelstamm.

Die EAN im ERP-System

Im ERP-System wird die EAN als Merkmal am Artikelstamm geführt – meist in einem eigenen Feld neben der internen Artikelnummer beziehungsweise SKU. Von dort aus wirkt sie in zahlreiche Prozesse hinein: Im Wareneingang wird die gelieferte Ware per Scan gegen die Bestellung abgeglichen, in der Kommissionierung stellt der Scan sicher, dass tatsächlich der richtige Artikel gegriffen wurde, und am Warenausgang lässt sich die Sendung verifizieren. Der Barcode übersetzt dabei die Ziffernfolge in ein maschinenlesbares Signal, das Handscanner und Kassensysteme in Sekundenbruchteilen auflösen.

Besonders im E-Commerce und Multichannel-Handel ist die EAN unverzichtbar geworden. Große Marktplätze wie Amazon verlangen für viele Kategorien eine gültige GTIN/EAN, um Angebote demselben Produkt zuzuordnen und Dubletten im Katalog zu vermeiden. Über die Artikeldaten – oft aus einem PIM gepflegt und via API an Shopsysteme und Marktplätze verteilt – wandert die EAN in jedes Listing. Fehlt sie oder ist sie falsch, scheitern Angebotserstellung und Bestandsabgleich.

Weil die EAN je Artikelvariante vergeben wird, benötigt jede Produktvariante – jede Farbe, jede Größe – eine eigene Nummer. Ein T-Shirt in fünf Größen und drei Farben braucht demnach fünfzehn EANs. Das ERP muss diese Zuordnung sauber am Variantenmodell abbilden, damit Bestand, Versandetikett und Marktplatz-Listing pro Variante stimmen.

Warum die EAN im Handel wichtig ist

Der Nutzen der EAN liegt in Eindeutigkeit und Automatisierung. Weil eine Nummer weltweit nur einem Artikel gehört, verstehen sich Hersteller, Großhandel, Einzelhandel und Marktplätze ohne Absprache über die Ware – die EAN ist eine gemeinsame Sprache der Lieferkette. Am Point of Sale beschleunigt der Scan den Kassiervorgang und verhindert Preis- und Erfassungsfehler; im Lager macht er Ein- und Ausbuchungen schnell und zuverlässig.

Für den Onlinehandel ist die EAN darüber hinaus Voraussetzung für die Sichtbarkeit: Preisvergleichsportale, Suchmaschinen-Shopping und Marktplatz-Kataloge nutzen sie, um identische Produkte verschiedener Anbieter zusammenzuführen. Ohne korrekte EAN bleibt ein Artikel im Katalog oft unauffindbar oder wird als separates Produkt geführt. Die konsequente Pflege der EAN im Artikelstamm zahlt damit direkt auf Absatz und Datenqualität ein.

DACH-Besonderheiten und Vergabe über GS1

EANs werden nicht frei erfunden, sondern über die nationalen Organisationen von GS1 lizenziert. Im deutschsprachigen Raum sind das GS1 Germany, GS1 Austria und GS1 Switzerland. Ein Unternehmen erwirbt dort ein Unternehmenspräfix und darf innerhalb dieses Nummernkreises eigene Artikelnummern bilden. Die für DACH typischen GS1-Präfixe – etwa der Bereich 400–440 für über GS1 Germany vergebene Nummern, 900–919 für Österreich und 760–769 für die Schweiz – zeigen an, bei welcher Organisation lizenziert wurde, nicht wo das Produkt hergestellt oder verkauft wird.

Ein verbreiteter Irrtum ist deshalb, aus dem Präfix das Herkunftsland ablesen zu wollen. Eine EAN mit deutschem Präfix kann an einem in Fernost gefertigten Artikel hängen – entscheidend ist allein, wo das Unternehmen seine GS1-Lizenz hält. Für Eigenmarken und Handelsware ohne Herstellernummer müssen Händler selbst EANs vergeben und dazu ein eigenes Präfix lizenzieren; das ERP oder ein vorgeschaltetes PIM verwaltet den zugeteilten Nummernvorrat, damit keine Nummer doppelt genutzt wird.

Praxisbeispiel

Beispiel: Modehändler listet Varianten auf mehreren Marktplätzen

Ein mittelständischer Modehändler verkauft neben dem eigenen Onlineshop auch über zwei große Marktplätze. Für die Eigenmarke lizenziert er bei GS1 Germany ein Unternehmenspräfix und vergibt daraus für jede Kombination aus Modell, Farbe und Größe eine eigene EAN-13. Die Nummern werden zentral im PIM gepflegt und über die ERP-Schnittstelle an alle Kanäle verteilt.

Als der Marktplatz für ein neues Kleid die GTIN einfordert, ist sie im Artikelstamm bereits hinterlegt – die Variante wird ohne Rückfrage dem richtigen Katalogeintrag zugeordnet. Im Wareneingang gleicht das Lagerpersonal die gelieferten Kartons per Scan gegen die Bestellung ab, und beim Versand bestätigt ein zweiter Scan die korrekte Variante. So bleiben Bestand, Listings und Versand über alle Kanäle hinweg konsistent.

Häufige Fragen

Ja, technisch sind EAN und GTIN identisch. GS1 hat die Bezeichnung EAN 2009 offiziell durch GTIN (Global Trade Item Number) ersetzt, um europäische EAN und amerikanische UPC unter einem Begriff zu vereinen. Eine gültige EAN-13 ist damit zugleich eine gültige GTIN.
Nein. Die ersten Ziffern verweisen nur auf die GS1-Länderorganisation, bei der das Unternehmen seine Nummern lizenziert hat. Ein deutsches Präfix (400–440) kann an einer im Ausland gefertigten Ware hängen – über den tatsächlichen Herstellungsort sagt die EAN nichts aus.
Die EAN ist ein weltweit standardisierter, über GS1 lizenzierter Code, den alle Marktteilnehmer gleich verstehen. Die SKU ist eine interne Artikelnummer, die ein Unternehmen frei nach eigener Systematik vergibt und die nur im eigenen Haus gilt. Im ERP werden beide am Artikelstamm geführt.
Ja. Die EAN wird variantengenau vergeben – jede Farbe und jede Größe erhält eine eigene Nummer. Ein Artikel in fünf Größen und drei Farben benötigt also fünfzehn EANs. Das ERP-System muss diese Zuordnung am Variantenmodell abbilden, damit Bestand und Marktplatz-Listings stimmen.

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